Datum: 09.07.2001 23:29:45 Autor: Udo Teichmann ©
Schröders peinliche Aussage zum Wegsperren von Kinderschändern


Amadeus: Schröder hat recht
Lieber Amadeus,

---Zitat---
>>denn selbstverständlich hat der Schutz unserer Kinder Vorrang vor den legitimen Lebensansprüchen und Lebenschancen eines Täters. Im Zweifel darf man im Einzelfall einen gefährlichen Gewalttäter nicht wieder auf freien Fuß setzen, solange man von einer ernsten Gefahr ausgehen muß

Genau so ist es und alles andere was Du Gegenteiliges schreibst ist Kaese.
---tatiZ---

Ne, ne, was Schröder fordert, ist ja gerade der Verzicht auf die Einzelfallprüfung, ist das Zementieren der Vorurteile über den Mythos vom "Triebtäter", den es als Jahrhunderausnahmen immer mal wieder gibt, der aber eben nicht frühzeitig als solcher zu erkennen ist. Es gibt keine Sittenstrolchkarrieren von einer "harmloseren" Deliktart zur "schlimmeren". Einzelfallprüfung ist für den wirksamen Schutz das A und das O.

Das Problem ist doch, wie verhindere ich daß Kinder zu Opfern von Sexualstraftaten werden. Und dazu sind ganz andere Maßnahmen nötig, nämlich solche im familiären Nahbereich, in dem mehr als 2/3 der Sexualstraftaten begangen werden in praktischen Lebensbezügen, in denen die kindlichen Opfer meist erst sekundär viktimisiert werden. Für die wenigen Ausnahmeschicksale von gefährlichen Gewalttätern bietet das vorhandene Strafrecht alle Mittel und Wege an, um nach Menschenmaß rechtsstaatlich Sicherheit für die Bevölkerung zu sichern. Und alles was der Mensch tut, steht unter dem Risiko, daß sich Fehler einschleichen. Das muß man unbedingt zu minimieren versuchen, aber pauschale Stimmungmache ohne Substanz ist Wahlpampf mit unlauteren Mitteln. Aber: Solche Appelle ans Unsortierte funktionieren, das gibt reichlich Stimmen für Schröder, obwohl kein einziger Sexualstraftäter deswegen auch nur einen Tag länger im Knast sitzen wird als ohne diesen BamS-Spruch. Du fällst genau so auf Schröder rein: Er fordert, was er eigentlich tun müßte.- Und das dumme Wahlvolk kreditiert ihm die hohle Forderung, ohne sich später nach der Erfüllung seiner Forderuzg zu erkundigen.

Also, ich gebe Schröder 10 Punkte für den Wahlkampftrick, und 0 Punkte für den Opferschutz. Und Schröder wird sportlich zustimmend sagen: Und das ist gut so.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann