Datum: 03.05.2000 01:43:34 Autor: Thoralf Merkel ©
Herrn Udo Teichmann


Disput LauraUdo Teichmann
   
Hallo,

dieser Disput "erinnerte" mich schon sehr an die Zeiten des Wirtschaftswunders in der BRD.

Laura vertritt eben die Auffassung, dass es genug Plätze gibt, an denen man offen diskutieren kann und dass dieses Forum eben nur ein kleiner Teil des Angebotes und dazu noch freiwillig erstellt ist.

Zu Beginn des Wirtschaftswunders hatten viele Arbeiter ähnliche Auffassungen. Wenn uns dieser Arbeitgeber keine X% Lohnerhöhung gibt, dann gehen wir woanders arbeiten und so erhielten sie dann ihre Lohnerhöhung. Und mit dieser Begründung wurde den Gewerkschaften eine Abfuhr erteilt.

Aber mit der Zeit änderte sich die Lage. Aus dem Wirtschaftswunder wurde eine "normale Volkswirtschaft", in welcher Gewerkschaften und Spielregeln für Tarife eine Selbstverständlichkeit waren und immernoch sind.

Ähnlich sieht es doch im Internet aus. Zur Zeit können wir die Zahl der Internetforen gar nicht mehr erfassen. Wir können uns eines heraussuchen - wozu brauchen wir denn da Regeln??

Aber diese Zeit hält nicht ewig an.
Auch das Internet "normalisiert" sich. Und in Zukunft wird es dann wohl, ähnlich wie in der Realität, viele Kleine und wenige große Anbieter geben.
Was heißt das für Internetforen??
Das heißt, dass es eben wenige große Marktplätze (Brandenburger Tor...)geben wird, auf denen diskutiert wird und auf die eine breite Öffentlichkeit schaut (vielleicht dieses Forum) und dann wird es zweifellos auch die kleinen Schmuddelecken geben, wo allenfalls ein paar Menschen "vorbeiirren" (Udo Teichmann erwähnte als Bsp. den örtlichen Zoo).

Und ich bin mir sicher, dass auch das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet - und zwar nicht nur in Schmuddelecken - in Zukunft eine selbstverständliche Normalität sein wird und sein muss, wenn wir weiterhin ein "Demokratie" sein wollen.

MfG
Thoralf Merkel