Die Darlehenslügen des Roland Koch
Folgende Auflistung einer über Wochen vorgetragenen Reihe von Lügen im Zusammenhang mit dem manipulierten Kreditangebot des Prinzen Wittgenstein (wir können keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben) belegt, dass Roland Koch die methodische und systematische Verschleierung der Tatsachen im hessischen CDU-Finanzskandal betrieben hat.
Kochs Anspruch auf Ehrlichkeit :
"Herr Koch galt bisher als ehrlicher Mann. Ich lege außerordentlich großen Wert darauf, dass jedenfalls die, die versuchen, fair zu sein, nie zur einem anderen Urteil kommen, sonst werde ich mich jedenfalls in der Politik nicht weiter befassen."
Roland Koch bei der Kanther-Geständnis-pressekonferenz am 14.02.2000
Abgabe einer falschen Vollständigkeitsberklärung für den Rechenschaftsbericht 1998 am 27.12.1999
Am 27.12.1999 haben Roland Koch, Siegbert Seitz und Herbert Müller durch Unterschrift dem Wirtschaftsprüfer der Bundes CDU bestätigt dass der rechenschaftsbericht für das Jahr 1998 vollständig und den Regelungen des Parteiengesetzes entsprechend abgegeben wurde.
Presseerklärung der CDU-Hessen vom 03.01.00 durch Kochs Ex-Generalsekretär Müller
"Casimir Prinz Wittgenstein, langjähriger Schatzmeister der CDU Hessen, hat der Partei im Februar 1998 einen Privatkredit von 2 Millionen Mark eingeräumt, der allerdings nur mit 1,5 Millionen Mark in Anspruch genommen werden mußte. Die Rückzahlung einschließlich der Zinsen erfolge innerhalb von 3 Jahren. Die Gremien der CDU hätten die Kreditaufnahme im Rahmen der Haushaltsberatungen beschlossen."
Presseerklärung der CDU-Hessen vom 06.01.00 durch Kochs Ex-Generalsekretär Müller
"Von einem 'schwarzen konto' bei der CDU-Hessen könne nicht die Rede sein. Vielmehr sei für das von Prinz Wittgenstein zur Verfügung gestellte Privatdarlehen ein gesondertes Wahlkampfkonto eingerichtet worden, um jederzeit nachvollziehen zu können, welche Zahlungen mit Hilfe dieses Darlehens beglichen wurden und ob es stets im Sinne des Darlehensgebers - also ausschließlich für Wahlkampfzwecke - genutzt wurde. (...) Das Wahlkampfkonto sei ordnungsgemäß für die CDU-Hessen geführt worden, die Zahlungen seien auf Anweisung des CDU-Landesgeschäftsführers erfolgt: 'Von einem schwarzen Konto' zu reden ist unzutreffend und unredlich".
Roland Koch zitiert in der Frankfurter Rundschau vom 11.01.00
"Koch erneuerte am Montag seine Darstellung, es habe sich dabei nicht um eine finanzielle Transaktion außerhalb der offiziellen CDU-Konten gehandelt. Ursprünglich habe der frühere Landesgeschäftsführer Siegbert Seitz geplant, den Betrag erst 1999 abzurechnen, da er sich auf die Landtagswahl 1999 bezogen habe. 'Darüber könne man möglicherweise streiten,' meinte Koch."
Roland Koch bei der CDU-Pressekonferenz am 14.01.00
"Es gibt einen Brief (...), dem Landesverband der CDU-Hessen ein zeitlich begrenztes Darlehen in Höhe von DM zwei Miliionen zu gewähren. (...) Das ist am 6 Februar 1998 eben in die hessische CDU in die Akten gegangen, und damals ist auch entschieden worden, wir nehmen es in Anspruch. (...) Das Schreiben von Prinz Wittgenstein aus dem Februar 1998 mit dem Angebot des Einräumens des Kredits ist nach meiner heutigen Bewertung der offensichtlich aus seiner Sicht nach dem Amtswechsel notwendige Weg gewesen. (...) Es ist ein Weg gewählt worden, den offensichtlich die Beteiligten für geeignet hielten, die Sache nicht offen legen zu müssen und trotzdem Geld einfließen lassen zu können."
Kochs Ex-Generalsekretär Müller in einem Brief an die Funktionsträger der CDU-Hessen, 15.01.00
"Beide wollten das Konto verheimlichen, zugleich aber das Geld wieder zur CDU-Hessen zurückführen, ohne dass der Ursprungsfehler - die Nichtdeklarierung des Kontos - bemerkt wurde. Die Rückführung wurde von Prinz Wittgenstein und dem Wirtschaftsberater Weyrauch so bewerkstelligt, dass die zurückgeführten Summen als Vermächtnisse oder - wie Anfang 1998 - als Privatdarlehen von Prinz Wittgenstein deklariert wurden. So gingen sie auch in die Rechenschaftsberichte unserer Partei ein."
Roland Koch zitiert in der 'Welt', 17.01.00
"Er selbst, versicherte Koch, habe von Kanther erst am Mittwoch vergangener Woche erste Erklärungen über die wahre Finanzpraxis der CDU bekommen. Dabei sind mir fast die Tränen gekommen. Bei Kanther habe er sowas für ausgeschlossen gehalten. Eigentlich ist das alles unvorstellbar." Koch ging in diesem Zusammenhang auch auf das Angebot von Prinz Wittgenstein vom Februar 1998 ein, der hessischen CDU ein Privatkredit in Höhe von 2 Millionen Mark einräumen zu wollen. "Aus Sicht des Prinzen, der zwischenzeitlich aus dem Amt des Schatzmeiters ausgeschieden sei, ist dies offenbar der notwendige Weg gewesen, wie die bisherigen Finanzpraktiken auch ohne Amt als Schatzmeister hätten fortgeführt werden können," erklärte Koch. "Wie das weitergegangen wäre, da die CDU ja nicht endlos Kredite annehmen kann, übersteigt meine Fantasie. Die Beteiligten hätten offentsichtlich versucht, auch nach dem Wechsel im Schatzmeisteramt einen Weg zu wählen, den sie für geeignet hielten, die Sache nicht offenlegen zu müssen und trotzdem Geld einfließen lassen zu können. Dies alles habe zu einem 'tiefen Bruch' zwischen denjenigen geführt, die heute in der hessischen CDU Verantwortung tragen, und jenen, die das getan haben."
Roland Koch in einem Interview mit der BZ vom 17.01.00
"Bis vergangene Woche mussten der Landesvorstand uns auch ich persönlich davon ausgehen, dass die Hessen-CDU ein Darlehen über 1,4 Millionen Mark von ihrem ehemaligen Schatzmeister Prinz Casimir zu Sayn-Wittgenstein im Wahlkampf erhalten hat, dass sie auf Heller und Pfennig zurückzahlen muss. Jetzt vermuten wir, dass das Geld aus dem Ausland kam, möglicherweise aus der Schweiz."
Roland Koch in der ARD-Tagesschau vom 18.01.00
"Ich bleibe selbstverständlich dabei, wenn ich davon eine Ahnung gehabt hätte, wäre es immer binnen 48 Stunden veröffentlicht worden, so wie ich es auch getan habe als ich die Kenntnisse davon erhalten habe."
Roland Koch im Frankfurter-Rundschau vom 19.01.00
"Frage: Trotzdem haben Sie nach dem Urlaub weiterhin beteuert, Ihres Wissens nach sei alles in Ordnung mit den CDU-Konten. Sorgt das für Glaubwürdigkeit ? Antwort Koch: Ich habe gesagt, dass nach meiner Überzeugung alles in unseren Büchern ist. Das war zu diesem Zeitpunkt auch noch meine Meinung. Wir hatten im Skiurlaub eine Diskussion über bestimmte Zahlungen, die mir nicht mehr erklärbar schienen. Frage: Ging es da um das Darlehen ? Antwort Koch: Nein, das waren andere Kontenbewegungen, die im Volumen erheblich kleiner waren.
Roland Koch in der Sendung "Der Tag" des HR-Hörfunks, 19.01.00
"Frage: Wer ist da eigentlich auf wen zugegangen und hat das angeboten ? Antwort Koch: Das werden wir alles ordentlich prüfen, das sind wir der Partei... Frage: Ja eigentlich denke ich... Antwort Koch: Ja wer auf wen zugegangen ist, ist eine sehr subjektive Art. Prinz Wittgenstein hat einen Brief an den Landesgeschäftsführer der hessischen CDU geschrieben und ihm mit dem Hinweis, dass er davon gehört habe, er ist ja da gerade ausgeschieden als Schatzmeister, war wahrscheinlich sogar der Haushaltsberatung dieses Kreditbeschlusses noch beteiligt, weil wir das ja immer frühzeitig im Jahr machen, und hat dann mitgeteilt, er wisse, dass es da Bedarf gibt und diese Sache bis zu 2 MIllionen sei er, wenn das notwendig sein, befreit zu finanzieren mit dem Hinweis: Binnen drei Jahre zurück." (Webmaster: Haben Sie diesen Antwort verstanden?)
Roland Koch in der Sendung, Politik in Hessen des HR, 19.01.00
"Frau Kollegin Beer hat ja in der Landtagsfraktion der FDP - wie alle anderen - in voller Kenntnis der Informationen die wir auch seitens der CDU unserem Partner gegeben haben, mitentschieden, dass es keinen Anlaß zu einem Ändern der Zusammenarbeit gibt." "Ich bin nach allem was ich zur Zeit weiß, sehr sicher, dass diejenigen, die dieses System organisiert hatten, ein Vitales Interesse daran hatten, dass sie möglichst keine Mitwisser haben. Weil das Risiko, dass - jetzt nehme ich mich als Beispiel - einer wie ich, und da sage ich jetzt, und einer wie Franz Josef Jung, erfahren hätten, was da gespielt wird, es in wenigen Stunden zu Ende gewesen ist, das wäre viel zu groß gewesen. Wer Fakten hat, soll Fakten auf den Tisch legen."
Roland Koch am 19.01.00 bei der Pressekonferenz vor der Dienstvilla, zitiert in der FAZ vom 20.01.00
Koch hatte in einem Interview gesagt, er sei während seines Urlaubs auf diese Kontenbewegungen aufmerksam geworden, was in einem gewissen Widerspruch steht zu seiner Aussage nach dem Winterurlaub bei dem 'Sternsinger-Termin' am 10. Januar in der Staatskanzlei. Damals versicherte Koch, er habe bis zum heutigen Tage keinen einzigen Anhaltspunkt für Zahlungsvorgänge außerhalb der offiziellen Buchführung. Darauf angesprochen, sagt Koch gestern: Das war an diesem Tag mein stand. Aber die Kontenbewegungen seien ihm als nachfragenswert erschienen.
Roland Koch im Spiegel vom 24.01.00
"Es gab beispielsweise dieses Darlehen über 1,5 Millionen Mark, das Prinz Wittgenstein uns angeblich aus seinem Privatvermögen gewährt hat. Heute wissen wir, das Geld stammte aus dem Schweizer Geheimfonds. Schon vor dem entscheidenden Gespräch mit Herrn Kanther habe ich anhand der Kontoauszüge gesehen, dass etwas faul sein müsste, denn sämtliche Einzahlungen waren in bar erfolgt, und zwar in Tranchen unter 20.000 Mark."
Roland Koch im Interview mit der Berliner Morgenpost am 24.01.00
"Frage: Können Sie erklären, wie 1998 das angebliche Millionendarlehen von Prinz Wittgenstein zustande kam, bei dem faktisch Geld von schwarzen Konten in Ihre Wahlkampfkasse geflossen ist ? Antwort Koch: Horst Weyrauch war zu diesem Zeitpunkt nicht nur Steuerberater der hessischen CDU, sondern auch ihr Buchhalter. Der Parteivorstand hatte bereits im Dezember 1997 darüber beraten, dass wir für den Landtagswahlkampf einen Kredit aufnehmen müssen. Ich interpretiere das jetzt so, dass ein mitarbeiter der Schatzmeisterei mit dem Haushaltsplan 1998 zu Weyrauch gegangen ist und der hat sich dann um das Geld gekümmert. Frage: Aber es macht doch stutzig, dass der Kredit im Rechenschaftsbericht von 1998 zunächst nicht aufgeführt wurde. Antwort Koch: Das war nicht völlig unlogisch. In der freien Wirtschaft ist es ein normales Verfahren, Einnahmen, erst in dem Jahr zu verbuchen, in dem man auch Gewinn aus ihnen zieht. So gesehen wäre es völlig in Ordnung gewesen, die Wahlkampfkosten völlig in 1999 zu verbuchen. Im Parteiengesetz ist dieser Punkt nicht eindeutig geregelt. Da befinden wir uns in einer Grauzone. Deswegen habe ich letzten Dezember gesagt, : Wir wollen hier keinen Konflikt. So ist es zu der nachträglichen Korrektur gekommen.
Frage: Haben Sie Ihren ehemaligen Landesgeschäftsführer Siegbert seitz gefragt, ob er wußte, woher der Kredit wirklich stammte ? Antwort Koch: Herr seitz, der am 30. Juni 1999 als Geschäftsführer bei uns ausgeschieden ist, hat bereits im Dezember eine verbindliche Erklärung abgegeben, in der er versichert, dass er von der Herkunft der 1,5 Millionen niks wußte."
Roland Koch im ARD-Morgenmagazin, 25.01.00
"Außerdem die Mitglieder der CDU, der Vorstand der CDU hatte beschlossen, einen Kredit aufzunehmen, und es wird am Ende wahrscheinlich auch so sein, dass wir genau diesen Kredit zurückbezahlen müssen und vor diesem Hintergrund gibt es auch keine Chancenungerechtigkeit und damit auch unter diesem Gesichtspunkt keinen Grund den Hessischen Landtag aufzulösen. Und die Glaubwürdigkeit entsteht nicht dadurch dass wir jetzt wieder anfangen, neue Erkenntnisse zu vertuschen, weil unangenehm ist, sie zu sagen, sondern die Glaubwürdigkeit entsteht gerade daraus, dass wir sagen, wir werden alles berichten, alles veröffentlichen, aber wir können natürlich nicht voraussagen was das ist, sonst wären wir ja fertig."
Roland Koch am 08.02.00 in 'Schonungslose Aufklärung - Eine Chronologie' (Seite 36/37)
Sodann habe ich auf Zusatzfragen etwas gesagt, was seinerzeit schon massiv kritisiert wurde, nämlich dass es sich bei dem Kredit um keine finanzielle Transaktion außerhalb der offiziellen Buchführung gehandelt habe. Juristisch war diese Darstellung nach der Umwandlung der Wittgensteinschen Zahlungen in ein Darlehen möglicherweise korrekt, politisch war es falsch und unkorrekt genauso wie die Aufrechterhaltung dieser Darstellung zu einem Zeitpunkt, als längst klar war, dass es sich um Geld aus dem Weyrauchschen Kontensystem handelte. Diese Darstellung hat an der Intensität und am Erfolg der Aufklärung kein Jota geändert, aber sie war Ihnen und der Öffentlichkeit gegenüber eine Dummheit, für die ich mich entschuldige. Ganz zweifellos ist dieser Punkt ein Randaspekt, da sich das Thema darlehen mit dem 14. Januar in der Sache erledigt hat."
Roland Koch am 08.02.00 in 'Schonungslose Aufklärung - Eine Chronologie (Seite 27-29)
"Am Nachmittag dieses Tages suchte Herr seitz den Generalsekretär Müller in der Landesgeschäftsstelle auf und unterrichtete ihn von der Existenz eines im Rechenwerk der CDU bislang nicht enthaltenen Kontos. (...) In den Tagen danach habe er, Seitz, Herrn Weyrauch aufgesucht und sich genauere Kenntnisse darüber verschafft. Über dieses Konto seien Rechnungen der CDU Hessen bezahlt worden. In Gesprächen zwischen Prinz Wittgenstein und Seitz sei dann der Gedanke geboren worden, die in der Amtszeit des Landesvorsitzenden Koch aus diesem Anderkonto bezahlten Beträge in ein Darlehen von Prinz Wittgenstein an die hessische CDU umzuwandeln. Prinz Wittgenstein habe darauf hin - rückdatiert unter dem Datum vom 6. Februar 1998 - einen entsprechenden Brief an Herrn Seitz geschrieben. Diesen habe er Seitz mit der Bitte um Weitergabe an die CDU Hessen mitgegeben.(...) Der Generalsekretär mußte über die Behandlung der Gelder sofort entscheiden, da nur noch wenige Arbeitstage bis zum 31. Dezember 1999 verblieben. Zum Jahresende mußte der Rechenschaftsbericht der Bundespartei mit vollständig korrigierten Angaben eingereicht werden. Würde die Bundespartei diesen Termin wegen des hessischen Landesverbandes versäumen, drohte - so die Befürchtung - der Verlust staatlicher Gelder. Müller entschied, das von Seitz übermittelte Angebot des Prinzen Wittgenstein anzunehmen, die Gelder in ein Darlehen umzuwandeln, zumindest vorläufig anzunehmen und das Geld damit in den Rechenschaftsbericht der CDU einzubringen. (...) Der Generalsekretär unterrichtete mich über das Kreditschreiben von Prinz Wittgenstein und darüber, dass es erst nachträglich erstellt worden sei. Ich billigte schweren Herzens die Entscheidung, den Rechenschaftsbericht durch Aufnahme des Kredits zu korrigieren."
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