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Thema: Für einen besseren Web-Auftritt der FDP

Autor: Klaus Ermecke
Datum: 11.04.2000 14:58
E-Mail: kermecke@aol.com

Meinungsführerschaft von Morgen beginnt heute im Internet

Liebe Leser und Nutzer dieses Forums, liebe Internet Redaktion,
LIEBE PARTEIFÜHRUNG DER FDP!


Ich bin vor einigen Monaten der FDP beigetreten, weil ich bei ihr ganz bestimmte Werte vermute und diese gerne gefördert sehen möchte.

Um solche Werte zu fördern, ist es erforderlich, daß die FDP Stimmen bekommt, und dazu braucht sie auf möglichst vielen und möglichst wesentlichen Gebieten die Meinungsführerschaft.

Um die Meinungsführerschaft zu bekommen, ist das Internet ein ideales Medium. Das liegt daran, daß diejenigen, welche gesellschaftlich und wirtschaftlich aktiv sind (und auch ihren politischen Standpunkt vertreten, sofern sie einen haben), bereits überproportional mit dem Internet arbeiten.


Die FDP sollte daher ihren Internet-Auftritt als strategische Kommunikationsplattform ausbauen. Das geschieht auch teilweise, aber leider nicht unbedingt nach einem klaren Konzept.


Der bisherige Internetauftritt war nach Unterorganisationen gegliedert: Fraktion, Partei, Julis. Daneben gab und gibt es eine bemerkenswert kurze und völlig unstrukturierte Liste mit Pressemitteilungen (sortiert nach Datum). Und dann gibt es noch die unseelige "Kampagnenwerkstatt".

Das alles läßt auf Selbstverliebtheit der Organisationsverantwortlichen schließen. Bürger, die es zu gewinnen gilt, oder auch nur einfache Parteimitglieder interessiert die Organisationsstruktur der FDP nicht, die erwarten vielmehr Antworten auf drängende politische Gegenwarts- und Zukunftsfragen.

Den politisch interessierten Normalbürger bewegen Themen: die Sicherheit der Renten, der Zustand unserer Bahn, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, Flug- und sonstige Affairen und der Fortbestand oder die Abschaffung der Handwerksrolle.


Um die Menschen zu interessieren und in den Bann zu ziehen, muß der Web-Auftritt konsequent an Themen ausgerichtet werden. D.h. alle Grunsatzstellungnahmen der Partei/Fraktion zu einem solchen Thema, Gesetzentwürfe, alle Pressemitteilungen, ein themenbezogenes Diskussionsforum gehören jeweils zusammen. Bei der Bildungskampagne wird das offenbar bereits teilweise realisiert - weiter so!

Sobald die Gliederung umgebaut worden ist, ist die thematische Darbietung umzuändern. Ein modernes Medium braucht angemessene neue Formate, nicht altbackene Langtexte. Hierbei kommt es darauf an, dem Leser Wissensstruktur zu bieten, d.h. verkürzte Stellungnahmen und Meinungen mit den sie begründenden Informationen und Sachaussagen zu vernetzen. Das können auch einfache links zu fremden Servern sein (z.B. dem der Transrapid-Gesellschaft oder von mir aus auch zu solchen anderer Parteien). Das schafft sofort zusätzliche Glaubwürdigkeit und weckt den Wunsch, zu diesem Forum zurückzukehren.

Es gab/gibt auf diesem Server ein sehr interessantes Diskussionsforum zum Thema Transrapid. Wie sehr wäre für einen zufällig hereinschauenden Polit-Surfer der Wert des FDP-Servers gewachsen, wenn man eine Karte der Streckenführungen (ICE und Transrapid-Variante Berlin-Hamburg) hätte einsehen können, Fotos des Zuges, Dokumente zu Kostenberechnungen? Zum Wert der Information an sich kommt dann für den Nutzer das "Durchklick-Erlebnis". Im Bereich der Internet-Wirtschaft ist das Durchklickerlebnis eine Schlüsselgröße.

Dies erfordert natürlich auch eine umfassende redaktionelle Betreuung eines solchen Themas und damit entsprechende personelle Kapazität. Ich vermute aber, daß sich dann, wenn der FDP-Server zumindest ein paar Themen in dieser Weise anspruchsvoll erarbeitet hat, sicherlich engagierte junge Liberale finden werden, die die nötigen technischen Kenntnisse haben und bereit wären, sich für bestimmte Themen ehrenamtlich redaktionell zu engagieren.


Wenn man - wie oben vorgeschlagen - Diskussionsforen themenbezogen zuordnet, ergibt sich eine Aufspaltung in zugeordnete - feste - und frei definierbare Diskussionsforen. Dies scheint schon umgesetzt.

Diskussionsforen sollten ein klar definiertes und erläutertes Thema haben. Die Diskussionsforen aufzuräumen wäre dann das nächste Ziel: viele Diskussionsbeiträge hier sind sehr interessant, aber ein großer Anteil ist auch reiner Müll. Ich meine damit nicht Beiträge, die andere Meinungen vertreten als die meine, sondern solche mit persönlichen Anfeindungen ohne inhaltliches Argument.

Nun ist Speicherplatz heutzutage billig. Teuer ist die Zeit des Lesers. Die FDP sollte den Mut haben,
+ Foren umzubenennen (aussagekräftigere Titel)
+ Beiträge thematisch neu zu sortieren (es ist z.B. nicht einzusehen, warum auf diesem Server gleichzeitig bis zu 15 Hessenforen zugelassen wurden - mit absolut parallellaufenden Inhalten und Argumenten und oftmals auch noch identischen - querkopierten Texten)
+ zwei besondere Foren einzurichten mit den Namen "Wild-West" (für persönliche Duelle) und "Bizarre Meinungen" (für diejenigen Beiträge, die alte Verschwörungen aufdecken, das "Weltjudentum" entlarven oder den Altbundeskanzler in einer Badewanne ertränkt sehen möchten.)

Umsortierte Themen oder Beiträge kann man technisch leicht kenntlich machen, um Frustrationseffekte der betroffenen Autoren zu vermeiden.


Und dann wünsche ich mir auch noch, daß auf dem Internet-Server der FDP und den Diskussionsrunden auch die Politiker dieser Partei auftreten! Die sind nämlich leider selten gesehen! Hier ist der Ort, wo Sie, Herr Gerhard und Herr Westerwelle, modern denkende Menschen mit modernen Mitteln (verbesserter Webauftritt) und hoffentlich auch mit modernen Ideen begeistern können. Bleiben Sie nicht fern! Kommen auch Sie auf die neue Web-Site der FDP!!!


Beste Grüße
Klaus Ermecke

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