erstellt am: 11. Mai 2001 22:16
Meine sehr verehrten Damen und Herren, hier erleben Sie die Vorführung einer Szene aus dem Handbuch "Rhetorik für Drückerkolonnen". Ich erlaube mir, sie Ihnen zu erklären.
Teil 1: Der Verkäufer stellt sich vor, damit man seinen Namen nicht vergißt:
>Michael Peuser
>Mitglied
>erstellt am: 10. Mai 2001 02:03
>Wenn Sie aufmerksam meine Beitraege gelesen
>haben, dann werden Sie auch meine Anschrift
>finden.
Haben Sie etwas bemerkt? Nein? Die viele Kritik an ihm, die vielen Beweise über sein unredliches Verhalten, geht er auf sie ein? Nein! Er übergeht sie, als ob es sie nie gegeben hätte!
Die Methode, immer und immer wieder die gleichen Behauptungen von sich zu geben, egal, was passiert, hat einen Namen: "Schallplatte mit Sprung".
>Fuer diejenigen, die nicht informiert sind,
>wiederhole ich sie gerne.
Eingehen auf Kritik? Nein. Statt dessen den Spieß umdrehen und diejenigen, die sich nicht um seinen Schwafel gekümmert hatten, als "nichtinformiert" zu bezeichnen. "Nichtinformiert", das ist negativ, das ist schlecht.
Und schon haben diejenigen, die sich keinen Deut um des selbstbeweihrauchten "Meisters" Geschwafel gekümmert hatten, einen Makel.
Jetzt folgt die Adresse. Damit die Kunden bestellen können, was das Zeug hält.
>Michael Peuser
>Rua Princesa Isabel, 266 Ap. 181
>Sao Paulo SP
>04601-000
>Brasilien
Achten Sie darauf, daß an dieser Stelle keine Preise genannt werden. Das kommt später, im persönlichen Gespräch, im Brief oder in der Email.
Das Geld kommt erst ganz zum Schluß. Es gilt die Grundregel: AIDA!
Attention (Aufmerksamkeit)
Interest (Interesse)
Desire (Kaufwunsch)
Action (Aktion, Abschluß)
>Die Homepageadresse www.hilfe-krebs.de hat
>ein begeisterter Leser meines Buches
>errichtet.
Kleine Bemerkung am Rande:
Die Webseite http://www.ariplex.com/ama/ama_aloe.htm hat auch ein Leser errichtet. Der ist aber nicht be-, sondern entgeistert.
Der Verkäufer geht auf diese Seite selbstverständlich nicht ein. Die Seite, der er angibt, ist selbstverständlich eine Reklameseite.
>Bisher habe ich von dem grossen Leserkreis
>meines Buches nur die besten Zuschriften
>bekommen.
Die viele Kritik, erwähnt er die? Mit keinem einzigen Wort. Er übegeht sie, als hätte es die nie gegeben.
Eine Methode, die vor allem auch die Scientologen anwenden.
>Wer sich nicht fuer die Aloe interessiert,
>braucht das Buch auch nicht zu lesen und
>sich auch nicht aufregen.
Ein Griff in die Trickkiste, nach dem Motto: "Wer sich aufregt, hat selbst schuld. Der soll sich gefälligst um seinen eigenen Kram kümmern!" Und schon haben die Kritiker wie eins verpaßt bekommen. So jedenfalls soll es aussehen.
Ein sehr bewährtes Schema der Rhetorik für einfache Gemüter.
>Mein Buch stellt nur eine Sammlung von
>aerztlichen Berichten, Doppelbliundstudien
>und Forschungsberichten dar.
Aktuelle Meldungen sind über Medline oder andere Quellen zu erhalten. Oder direkt von den Autoren. All das umgeht der Verkäufer durch den Hinweis auf religiöse und sonstige Quellen, die ebensoalt wie dumm sind. Aber das braucht ja niemand zu wissen.
Der Trick wird immer wieder gern gekauft.
>Da kann sich jeder Arzt das passende
>heraussuchen, wenn er sich ueber die Aloe
>informieren will.
Warum sollte ein Arzt für minderwertige Sekundärquellen zahlen, wenn er erstklassige Quellen kostenlos erhält?
Diese Frage wird weder gestellt noch beantwortet. Sie wird umgangen.
"Man kann sich heraussuchen" ist ein Trick. Daß die Auswahlmöglichkeiten minderwertig sind, wird übertüncht durch die "freie" Wahl. Der Trick ist uralt und sehr einfach.
>Besonders danke ich allen Aerzten fuer Ihre
>Zuschriften und Nachfragen. Ich bin
>jederzeit erreichbar unter
>mpeuser@hotmail.com
Eine Behauptung aufstellen, die niemand nachprüfen kann. Eine positive Behauptung, die die eigene Position unterstreicht. Dazu passend die eigene Adresse.
Ein alter Trick.
>Bei meinen zahlreichen Vortragsreisen nach
>Europa wo ich selbst in Universitaeten und
>ueberfuellten Kongresshallen sprach habe
>ich stets ein interessiertes Publikum
>gefunden, die sich freuten Neuigkeiten zu
>erfahren.
Universitäten vermieten Zimmer und Säle, ohne Ansehen der Person. Daher ist es für fast Jeden jederzeit möglich, in einem Raum einer Universität einen Vortrag zu halten.
Dem Publikum wird jedoch suggeriert, der Vortrag sei erfolgt im Namen der Universität als INSTITUTION.
Diese Lüge wird von vielen Scharlatanen benutzt.
Merke: Solange nicht die Universität AUSDRÜCKLICH als Träger der Veranstaltung genannt wird (und dies nachgewiesen werden kann), ist davon auszugehen, daß ein Satz wie in unserem Lehrbeispiel eine gezielte Lüge ist.
Zum Schluß noch einmal den Namen erwähnen, ein strahlendes Gesicht machen und GANZ VERBINDLICH verbal die Hände schütteln:
>Gruesse an alle aktiven Forumsteilnehmer
>Ihr
>Michael Peuser
Jetzt noch eine letzte Verbeugung. Abgang.
Abgang, Herr Peuser, ABGANG!
ama
http://www.ariplex.com/ama/ama_volk.htm
(über Beugungen und Verbeugungen)